Immobilienkauf: Die Rahmenbedingungen waren früher schwieriger

Immobilienkauf: Die Rahmenbedingungen waren früher schwieriger

Gestiegene Bauzinsen und eine hohe Inflation, die die Lebenshaltung teurer macht, erscheinen vielen Immobiliensuchenden derzeit wie kaum zu bewältigende Hürden auf dem Weg zu den eigenen vier Wänden. Die Rahmenbedingungen für den Kauf einer Immobilie erscheinen subjektiv alles andere als optimal. Doch waren sie früher tatsächlich besser?

Ein Vergleich mit den Strukturdaten der 1980er Jahre, wie ihn die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) angestellt hat, zeichnet ein ganz anderes Bild: Demnach war es seinerzeit ungleich schwieriger, eine Immobilie zu erwerben. Vor allem deshalb, weil der Erschwinglichkeitsindex deutlich gesunken ist. Er errechnet sich aus der Relation von verfügbarem Einkommen und Immobilienpreisen.

Immobilienpreise damals und heute

Es liegt in der Natur einer allgemeinen Analyse, dass sie Höhen und Tiefen einer Entwicklung statistisch „ausgleicht“ und insofern immer nur einen generellen „Trend“ zum Ergebnis hat. Das gilt auch für die OECD-Untersuchung. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Immobilienpreise seit 1980 um etwa 150 Prozent gestiegen sind. Unter Berücksichtigung der Inflation verbleibt jedoch nur ein reales Plus von 15,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum kletterten hingegen die Realeinkommen um 41 Prozent. Löhne und Gehälter nahmen folglich eine steilere Kurve aufwärts als die Immobilienpreise. Durch diesen Umstand ist die eigene Immobilie erschwinglicher geworden.

Kreditkosten damals und heute

Die rasant gestiegenen Hypothekenzinsen der vergangenen Monate mögen für viele schmerzlich sein und die persönliche Kalkulation schwer durcheinander gebracht haben – historisch betrachtet handelt es sich jedoch um eine längst überfällige Korrektur. Eine 1 vor dem Komma hat es bis 2021 niemals zuvor gegeben – und selbst die aktuelle 4 darf im Rückblick noch als überaus moderat angesehen werden. Der Finanzdienstleister Interhyp hat eine recht aussagekräftige Rechnung vorgelegt:

In den 1980er Jahren lagen demnach die Bauzinsen bei einer zehnjährigen Zinsbindung bei 10 Prozent und höher. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro betrug die monatliche Belastung 2.000 Euro und die Zinskosten summierten sich über die eine Dekade auf 172.000 Euro. Heute würde die Rate bei gleichen Bedingungen und einem Zinssatz von 4 Prozent bei 986 Euro liegen und die Zinskosten insgesamt kämen auf eine Summe von 70.000 Euro.

Preisexplosion in gefragten Lagen

Dass sich der Immobilienkauf trotzdem heute teurer anfühlt, hat nicht zuletzt etwas mit der rasanten Immobilienpreisentwicklung in den gefragten Lagen zu tun. Insbesondere in den Metropolen haben die hohe Nachfrage und das knappe Angebot zu Preisanstiegen geführt, die über Jahre hinweg konstant zweistellig waren. Aktuell sieht die Bundesbank hier deshalb auch Möglichkeiten „spürbarer Preiskorrekturen“.

Aufwärtskurve bei den Kaufnebenkosten

Deutlich höher liegen heute zudem die Kaufnebenkosten. Und das resultiert vor allem aus der Grunderwerbsteuer. Sie betrug 1983 noch einheitliche 2 Prozent, aktuell sind es jedoch je nach Bundesland bis zu 6,5 Prozent. Da die Kaufnebenkosten komplett mit Eigenkapitalmitteln finanziert werden müssen, hat sich hier eine Hürde aufgebaut, die unzweifelhaft höher ist als noch in den 1980er Jahren.

Veränderte Lebensentwürfe

Nicht zuletzt das veränderte Konsumverhalten beeinflusst die subjektiv empfundene Möglichkeit, eine Immobilie erwerben zu können. Auf den Punkt gebracht: Familien in den 1980er Jahren haben mehr und konsequenter gespart und sich für den Traum vom Eigenheim mehr eingeschränkt. Eine Studie von Interhyp kommt zu dem Ergebnis, dass dies heute nicht mehr die Regel ist: Rund 54 Prozent der Befragten möchten ihre Lebensqualität nicht mindern, um die Finanzierungskosten aufbringen zu können.

Sie wünschen sich Unterstützung bei der Suche nach einer bezahlbaren Immobilie und einer passenden Finanzierung? Kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gern.

Diese Informationen wurden zusammengestellt von Krebs Immobilien e. K., Ihr Immobilienmakler und Immobilienexperte für Heidelberg und die nahe Umgebung. Besuchen Sie uns. Wir freuen uns auf den Kontakt mit Ihnen. Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Dann kontaktieren Sie uns jetzt telefonisch oder per E-Mail.   

Weitere Nachrichten

Verkauf Erbengemeinschaft

Verkauf aus Erbengemeinschaft künftig steuerfrei

Dieses Urteil wird Immobilienerben freuen: Wer eine Immobilie aus dem Nachlass einer Erbengemeinschaft verkauft, muss künftig keine Einkommensteuer mehr zahlen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. Er ändert damit seine bisherige Rechtsprechung und schiebt auch der gängigen Praxis der Finanzverwaltungen einen Riegel vor. Unter dem Aktenzeichen IX R 13/22 wurde die Entscheidung der höchsten Finanzrichter nun veröffentlicht.

Mehr lesen

Suchauftrag

Darum lohnt sich ein Makler-Suchauftrag immer

Sie beobachten die einschlägigen Online-Immobilienportale sehr genau? Sie stellen immer wieder fest, dass es entweder nichts Neues gibt oder für Sie eventuell interessante Häuser in null-komma-nix wieder weg sind? Sie empfinden die permanente Suche bisweilen als zermürbend und anstrengend? Erhöhen Sie Ihre Chancen, eine passende Immobilie zu finden, durch einen Suchauftrag bei einem lokalen Qualitätsmakler. Als registrierter Interessent werden Sie benachrichtigt, bevor der Makler mit der eigentlichen Vermarktung des Objekts beginnt.

Mehr lesen

Eigenkapital

Wie viel Eigenkapital benötige ich für den Immobilienkauf?

Die Zinsen sind wieder leicht gesunken, die Immobilienpreise verharren aktuell auf einem noch moderaten Niveau und staatliche Förderungen ermuntern potenzielle Kaufinteressen, den Traum von den eigenen vier Wänden doch noch zu realisieren. Auch die Banken zeigen sich offen für Immobilienfinanzierungen – ganz gleich, ob der Kauf einer Bestandsimmobilie angedacht ist oder ob gleich ganz neu gebaut werden soll. Eine Position bleibt jedoch relativ unberührt von den volatilen Entwicklungen: Die eherne Frage nach dem benötigten Eigenkapital.

Mehr lesen

Cookie Informationen

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen.
Standard aktiviert Tracking- und Analytische-Cookies die uns helfen die Website für Sie zu verbessern.

Unter Einstellungen können Sie gezielt Optionen ein und ausschalten.

Einstellungen